Es wird Zeit, die Katanas zu schärfen. SEGA hat zusammen mit dem Studio CyberConnect2 den zweiten Teil von „Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba – The Hinokami Chronicles„ veröffentlicht. Wir haben uns die PS5-Version genauer angesehen und verraten, ob sich das Spiel lohnt.
Über „Demon Slayer“ selbst muss man kaum noch viele Worte verlieren. Der Manga ist bereits abgeschlossen, während der Anime weiterhin mit beeindruckender Animation und atemberaubenden Effekten begeistert. Diese Qualität in ein Videospiel zu übertragen, ist keine leichte Aufgabe, aber für das erfahrene Team von CyberConnect2 kein Problem.
Der neue Teil setzt direkt an den Ereignissen des Vorgängers an. Inhaltlich starten wir dort, wo der „Mugen Train“-Arc endete. Nach einem spektakulären Kampf und einem tragischen Opfer bleibt Tanjiro und seinen Mitstreitern kaum Zeit zum Atemholen. Die Bedrohung durch Muzans Dämonen wächst weiter. Gemeinsam mit der „Säule des Klangs“ Tengen Uzui verschlägt es Tanjiro, Inosuke und Zenitsu ins Vergnügungsviertel Yoshiwara, wo Tengens Frauen spurlos verschwunden sind und eine neue tödliche Gefahr lauert. Zusätzlich sind auch im Videospiel der „Swordsmith Village“-Arc sowie der „Hashira Training“-Arc enthalten.
Der Story-Modus präsentiert eine kompakte, interaktive Version der Anime-Handlung. Die wichtigsten Szenen werden in aufwendig inszenierten Zwischensequenzen erzählt, die fast wie direkt aus der Serie übernommen wirken. Der Animationsstil passt perfekt zum Stil von CyberConnect2. Zwischen den großen Kämpfen versucht das Spiel mit Nebenmissionen und Sammelobjekten für Abwechslung zu sorgen. Leider wirken diese Elemente eher oberflächlich und bieten nur wenig Anreiz. Auch die kleinen, begrenzten Erkundungsareale fühlen sich oft unnötig an.
Glänzen kann der „Story Modus“ vor allem in den Bosskämpfen, die die Höhepunkte einiger Kapitel darstellen. Diese sind packend inszeniert, liefern wuchtige Angriffe und setzen Quicktime Events ein, die das Anime Feeling noch intensiver wirken lassen. Besonders entscheidend ist hier Taktik, denn einige Kämpfe haben es wirklich in sich. Wer die Attacken der Gegner aufmerksam studiert, richtig blockt und im passenden Moment zum Gegenschlag ansetzt, wird belohnt. Unterm Strich ist der „Story Modus“ solide und stellenweise großartig inszeniert, bietet aber nur geringen Wiederspielwert. Umfang und Neuerungen bleiben überschaubar, vieles erinnert stark an den Vorgänger, fast so, als wäre der Inhalt auch als Erweiterung erschienen.
Gameplay
Bei Spielen dieser Art entscheidet in erster Linie das Kampfsystem über den Spaßfaktor. „Hinokami Chronicles 2“ baut dabei klar auf die Basis des Vorgängers von 2021. Das ist keineswegs ein Nachteil, denn die Mechanik passt nach wie vor perfekt zum schnellen und spektakulären Stil von „Demon Slayer“.
Im Kern handelt es sich um einen klassischen Anime-Arena-Prügler. Man wählt seinen Hauptcharakter, dazu optional Unterstützung, und tritt in dynamischen Kämpfen gegen ein gegnerisches Team an. Eine interessante Neuerung sind die Ausrüstungsgegenstände. Sie können Angriffe verstärken, Status-Effekte wie Gift neutralisieren oder andere Vorteile im Gefecht bringen. Vor allem im Story-Modus, wenn man auf den S-Rang hinarbeitet, erweisen sich diese Extras als nützlich und verleihen den Kämpfen etwas mehr taktische Tiefe.
Das Herzstück bleibt das Combo-System. Mit leichten Schlägen, Spezialattacken und dem richtigen Timing lassen sich lange Schlagfolgen aneinanderreihen, die dem Gegner kaum eine Chance lassen. Besonders beeindruckend ist, wie flüssig die Animationen ineinandergreifen und wie wuchtig die Treffer wirken. Es fühlt sich an, als hätte man den Anime direkt in ein Spiel übertragen.
Abseits der Story gibt es wieder den Versus-Modus, sowohl offline als auch online. Hier zeigt sich, wie gut man seine Figuren wirklich beherrscht. Ganz neu ist der Modus „Der Weg eines Dämonenjägers“. Dort erlebt man die Bosskämpfe aus dem ersten Teil noch einmal, diesmal auf verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Dadurch bekommen diese Duelle zusätzlichen Reiz und fordern selbst erfahrene Spieler heraus.
Auch das Trainingssystem wurde deutlich erweitert. Mit den neuen „Trainingspfaden“ stehen nun zusätzliche Übungen und Herausforderungen bereit. Ganz wie im „Hashira Training Arc“ lassen sich die Pfade der Säulen auswählen, um in speziellen Trainingskämpfen das eigene Können unter Beweis zu stellen. Wer zusätzlich die Bonusbedingungen erfüllt, schaltet wertvolle Boni und Buffs frei, die den Spielfortschritt spürbar erleichtern. Besonders gelungen ist, dass der Modus Spieler dazu animiert, Techniken einzusetzen, die im normalen Spielverlauf leicht in Vergessenheit geraten. So entsteht eine clevere Möglichkeit, das gesamte Moveset der Charaktere kennenzulernen und gezielt zu meistern.
Insgesamt liefert „Hinokami Chronicles 2“ ein vertrautes, aber solides Kampfsystem mit einigen sinnvollen Neuerungen. Wer den Vorgänger mochte, wird sich sofort zurechtfinden und trotzdem genug Anreize haben, wieder einzutauchen.
Grafik und Sound
Optisch setzt das Spiel auf einen 3D-Cellshading-Stil, den die Entwickler von CyberConnect2 mittlerweile perfektioniert haben. Schon bei der „Naruto-Storm“-Reihe zeigte das Studio, wie gut sich dieser Look für Anime-Umsetzungen eignet, und auch „Hinokami Chronicles 2“ profitiert enorm davon. Die Charaktermodelle sind detailgetreu umgesetzt, die Effekte der Kampftechniken knallen regelrecht vom Bildschirm und erinnern stark an die Anime-Vorlage. Auf der PlayStation 5 sieht das Spiel nicht nur sehr gut aus, sondern läuft auch durchgehend flüssig. Einbrüche in der Bildrate sind uns nicht aufgefallen. Dank der schnellen Ladezeiten kommt man zudem ohne große Wartepausen direkt ins Geschehen.
Auch der Soundtrack kann überzeugen. Er orientiert sich stark am Anime und verstärkt die emotionale Wirkung vieler Szenen. Besonders gelungen ist die Einbindung der japanischen Sprachausgabe mit den Originalsprechern, die das Spielgefühl noch authentischer machen. Wer möchte, kann alternativ die englische Vertonung wählen. Eine deutsche Sprachausgabe gibt es zwar nicht, dafür sind Untertitel vorhanden, sodass man der Handlung problemlos folgen kann.
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Trailer:
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Alles in allem ist "Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba – The Hinokami Chronicles 2" ein rundum gelungener Nachfolger. Das Spiel punktet mit flüssigem Gameplay, packenden Zwischensequenzen und einer stimmigen Präsentation. Besonders die japanische Sprachausgabe hebt die Atmosphäre noch einmal auf ein höheres Niveau. Zwar wirkt das Gesamtpaket stellenweise eher wie eine erweiterte Version des ersten Teils und weniger wie ein vollwertiger Nachfolger, doch Genre-Fans und Anhänger der Serie kommen hier definitiv auf ihre Kosten.
Positiv
- Flüssiges und dynamisches Kampfsystem
- Japanische Originalsprecher für maximale Authentizität
- Kurze Ladezeiten und stabile Performance auf der PS5
- Mehr als 40 spielbare Charaktere (inkl. Outfits)
Negativ
- Story-Modus mit wenig Wiederspielwert
- Nebenmissionen und Sammelobjekte ohne großen Mehrwert
- Keine deutsche Sprachausgabe
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Handlung
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Grafik
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Musik
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Spielspaß